Allgemeine Gestütsgeschichte in provisorischer Absicht

Es war das Jahr 1966, als Ing. Alfred und Dr. Dagmar Geisler ihre ersten Vollblüter, die sie eigentlich von der Rennbahn weg für den Turniersport erworben hatten, ihrer ursprünglichen Berufung wieder zuführten und in derWiener Freudenau ins Training stellten. Das erste originär für den Rennsport erworbene Pferd war wenig später der zweijährige Bonhomme, dem auch das Verdienst des Premierensieges in den violett-gelben Farben zukam.
1969 holten Alfred und Dagmar Geisler mit den Crown Topper und Check Hill ihre ersten Pferde aus England; die beiden Stuten konnten in der Folge zusammen neun Rennen für sich entscheiden. Crown Topper bildete im Anschluss an ihre aktive Karriere dann auch die Grundlage der Hernsteiner Zucht; im Februar 1975 fohlte sie erstmals und setzte einen braunen, High Noon getauften Hengst in der Welt. Dieser Honorius-Sohn entwickelte sich mit Siegen in den Trial Stakes, im St. Leger und einem zweiten Platz im österreichischen Derby, sowie einem unglücklichen zweiten Platz im Preis der Stadt Wien zum bisher erfolgreichsten Pferd, das in den Farben der Familie Geisler lief. Sein nachgeborener Vollbruder Hattric zeigte zweijährig mit Siegen in Rekordzeit im Preleuthner Memorial und im Henkel-Rennen sogar noch höheres Niveau, muss danach krankheitsbedingt allerdings zurückstecken und dreijährig pausieren. Mit Crown Style, dem dritten Produkt aus der Crown Topper, wurde diese Mutterlinie zuerst noch sehr vielversprechend fortgeführt: die Stute fohlte z.B. Citizen Kane, den Sieger im Karpatenpreis in Bratislava und Zweiten im slowakischen St. Leger, Crown Jewel, eine ebenfalls recht gute Stute, ging allerdings ein, bevor sie in die Zucht gehen konnte und beendete damit diese hoffnungsvolle Mutterlinie.

Während der insgesamt gesehen formidablen 70er, setzte es der Stall fort, immer wieder Pferde aus England zu importieren; neben anderen stechen hier vor allem die extrem schnelle Stute Lady Grace (Siegerin im Fischer Memorial), First Appearance oder Gallant Magna hervor.
1981 trugen die Geislers ihren gewachsenen Zuchtambitionen Rechnung und pachteten ein kleines, nahe Aigen gelegenes Gut in Niederösterreich, Gestüt Hernstein, dessen Name seither zum Synonym für das Engagement der Familie in Vollblutzucht und Galopprennsport geworden ist. Als erster Deckhengst wurde High Noon aufgestellt. Mit Adventist, Palhaco u.a. wurde der Bestand an guten Pferden erweitert und mit Hemingway, dem 5. im Derby, und Wanderer kamen auch die ersten Erfolge des eigenen Deckhengstes dazu. Später wurde High Noon durch den von Gestüt Schlenderhan gepachteten und noch immer aktiven Imperioso sowie den beiden US-Amerikaner Atomic Force und Milesius ergänzt.
Die Saisonen 1994 und 1995 können als Blütezeit der violett-gelben Farben bezeichnet werden; zweimal war Gestüt Hernstein knapper Zweiter im Besitzerchampionat und kam in diesen beiden Saisonen auf ingesamt über 30 Siege.


White Nose mit Winamix (v. Sagamix)

Seit Mai 2005 befindet sich das Gestüt an seinem jetzigen Standort, im nahe der Grenze zu Österreich gelegenen Röjtökmuzsaj, wo sich seither auf über 80 Hektar eine neue und weitenteils schon fertiggestellte und in Betrieb genommene Anlage zur Aufzucht und Betreuung der Pferde im Aufbau befindet.